EIN UMBAU MIT FOLGEN
»Unsere Mitglieder im Hochhaus können jetzt viel ruhiger schlafen, und wir auch.«
– Jens Kulling, Projektleiter
SICHERHEIT VOR KOMFORT
Es war so bequem: Mit dem Müllbeutel nur raus auf den Flur, Klappe auf, weg war der Abfall. So leicht haben es die alten Müllschächte, die sich einmal bis ganz nach oben durchs Hochhaus zogen, den Bewohnern der Ahlbecker Straße 4 – 6 jahrzehntelang gemacht. Die Bequemlichkeit ging allerdings stark auf Kosten der Sicherheit, wies die Feuerwehr hin: Würde sich bei den Müllcontainern im Keller ein Brand entwickeln, würde der Rauch durch die 30 Meter hohen Schächte ruckzuck wie durch einen Kamin nach oben steigen und sich im ganzen Haus verteilen. Auch das Feuer wäre kaum zu bändigen. Gesetzlich genossen die Schächte zwar noch Bestandsschutz; das Risiko war aber einfach zu hoch.
„Deshalb haben wir die Müllschächte 2022 stillgelegt“, sagt Jens Kulling, Abteilungsleiter Bautechnik/Werterhaltung. „Wir haben über die gesamte Hausbreite eine zusätzliche Ebene Brandschott eingezogen, als Schutzzone über dem Keller, dem Raum mit dem größten Brandrisiko. Auch die Versorgungsschächte mit Wasserrohren und Stromleitungen wurden so sicherer gemacht.“
SCHUTZ MIT BONUS
Müll wird nun ausschließlich in den üblichen Containern vorm Haus entsorgt. Die früheren Sammelräume wurden zu brandschutzgerechten Abstellräumen umgebaut: für Elektromobile, die viele der älteren Bewohner nutzen und die bis dato auf Fluren abgestellt wurden – ebenfalls ein großes Risiko. Nicht nur, weil die sperrigen Mobile die Fluchtwege behindern: Vor allem haben E-Roller & Co. aufgrund ihrer Akkus eine hohe Brandlast.
Auch an anderer Stelle wurde der Komfort sogar erhöht, ohne dass dies zulasten der Sicherheit ging: Die insgesamt 88 Rauchschutztüren im ganzen Hochhaus wurden mit neuen Türschließsystemen ausgestattet. Während diese Türen zuvor stets geschlossen gehalten werden mussten und sich nur mühsam öffnen ließen, stehen sie nun immer offen und halten den Weg frei. Nur bei Rauch oder Stromausfall schließen sie sich automatisch. Diese Erleichterung hatten sich die Mieter explizit gewünscht.
HAND IN HAND
Alles in allem haben rund 15 Firmen gut ein Dreivierteljahr im Hochhaus am Projekt mitgearbeitet – unter anderem Experten für Brandschutz, Malerarbeiten, Reinigung, Elektrik, Baustrom, Türsysteme, Schadstoffsanierung, Klempnerei und Schlosserei.
„Um für unsere Mitglieder sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist, brauchen wir Partnerfirmen, die verlässlich sind, Qualität bringen, auch auf Wirtschaftlichkeit achten“, sagt Jens Kulling. „Zum Glück haben wir die auch und pflegen diese Verbindungen.“
Wie zum Metallbau Engemann: Das Familienunternehmen aus Laage übernahm im Hochhaus seinen bis dato größten Auftrag bei der WG. „Wir haben zwölf Türen in Eingangsbereichen mit neuen Antrieben ausgestattet und alle Rauchschutztüren umgestellt“, erklärt Inhaber Christian Engemann. Seit Jahren kümmert sich seine Firma um die Türsysteme im Genossenschaftsbestand, um Wartung, Reparatur und Neuinstallation. „Wir sind zwar im Kern eine Metallbaufirma, sehen uns aber absolut auch als Dienstleister, der auch Sachen übernimmt, die sonst nicht jeder macht. Wir schauen uns immer erst mal an, was zu tun ist, und wenn wir das können, dann machen wir das. Wenn nicht, sagen wir das auch offen.“ Diese unbedingte Fairness schätzen beide Partner in der Kooperation von Firma und Genossenschaft. „Die Wege sind grundsätzlich sehr kurz und unkompliziert, die Kommunikation schnell, auch mit den Hauswarten. Aufträge werden schneller erteilt und von uns schnell erledigt. Das geht immer alles Hand in Hand“, so Christian Engemann.
»Die WG investiert sehr viel für die Sicherheit ihrer Mitglieder. Es ist nicht selbstverständlich, dass so viel Geld für Wartung ausgegeben wird, und bei Defekten wird immer schnell gehandelt.«
– Christian Engemann, Inhaber Metallbau Engemann
