Die Stadt mitgestalten – auch das gehört zu den Grundsätzen der WGSH. Vielfältiges Engagement in Sport und Kultur ist selbstverständlich. 2023 kam dafür eine neue Facette zum Blühen: mit öffentlicher „Kunst am Bau“, die die WGSH erstmals für den Neubau „Am Rosengarten“ ausgeschrieben hatte. Eine Skulptur mit fünf leuchtend roten Hagebutten steht hier nun für Werden und Vergehen, für den Samen, aus dem neues Leben entsteht und für die Verbindung zum traditionellen Rosengarten. Entworfen hat den symbolträchtigen und äußerst attraktiven Blickfänger die Künstlerin Stine Albrecht aus Puddemin auf Rügen. Ein Interview.
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Frau Albrecht, sind Kunst und Kultur aus Ihrer Sicht Grundsteine einer Gesellschaft?
Ja! Ästhetik und die Verbindung von Form und Funktion gehören von Anfang an zur Menschheitsgeschichte. Schon immer gab es auch Kunsthandwerk, das nie zum Gebrauch gedacht war. Man kann sagen, dass Kunst und die künstlerische Gestaltung nicht nur eine Zutat, sondern seit den ältesten Kulturen eine Notwendigkeit der Menschen ist. Heute ist frei zugängliche „Kunst für alle“ im öffentlichen Raum ein wesentliches Element unserer demokratischen Kultur.
Warum haben Sie sich an der Ausschreibung für das Projekt „Am Rosengarten“ beteiligt?
Kunst am Bau wird leider nur sehr selten ausgeschrieben. Es ist eine anspruchsvolle Herausforderung, der ich mich gern stelle. Man muss dabei viele Interessensfelder ausbalancieren, auf Standort, Geschichte und die Nutzung der Architektur Rücksicht nehmen und bedenken, dass das Werk dauerhaft präsent sein wird. Diese komplexe Aufgabe bietet die Möglichkeit, bedeutende Orte der Erfahrung und Reflexion zu schaffen und zur Qualität und Aussage von Bauwerken beizutragen, um Impulse für ein lebensfreundliches und ganzheitliches Miteinander zu setzen.
Wie kamen Sie auf die Idee, mit Hagebutten, also mit Wildrosen, die Verbindung zum Rosengarten herzustellen?
Die kam mir tatsächlich sehr schnell. Ich habe dann trotzdem noch viel zur Geschichte des Rosengartens und zur Kulturgeschichte der Rose recherchiert. Alles hat mich nur darin bestärkt, dass die Hagebutten hervorragend formale und inhaltliche Bezüge zum Ort schaffen. Ich habe dazu inzwischen auch von vielen Seiten positive Rückmeldungen bekommen, die bestätigen, dass die abstrahierten Hagebutten für ein breites Publikum verständlich sind.
